Wald(an)sichtenMeldung vom 18.07.2010
Wald(an)sichten
Claudia Müller, Neubrandenburg
35 FineArt-Prints
Bürgerhaus am Schlaatz
Schilfhof 28
14478 Potsdam
Ausstellung vom 18.07.2010 bis 18.09.2010
Wald(an)sichten
Im Lexikon heißt es sehr schlicht unter dem Stichwort Wald
„ …ist ein Ökosystem, das geprägt ist durch eine mehr oder weniger
geschlossene Baumformation, die groß genug ist, um einen typischen
Bodenzustand entstehen zu lassen und ein charakteristisches Klima
auszubilden.“
Eine sehr pragmatische Beschreibung für Etwas mit dem jeder Einzelne so
ganz unterschiedliche Assoziationen verbindet.
Sind es nun Erinnerungen an die finsteren Beschreibungen in den
Grimmschen Märchen wo der böse Wolf lauerte oder sich Hänsel und Gretel
auf ihrem Weg nach Hause verirrten. Oder eigene Kindheitserfahrungen in
denen der Wald ein geheimnisvoller Ort mit verborgenen Schätzen,
Wichteln und Feen war und so ganz nebenbei auch Abenteuerspielplatz
dessen Größe in unserer kindlichen Vorstellung kaum fassbar war. Man
fühlte sich auf schmalen Wildpfaden leicht wie ein Forscher im fernen
Amazonas – umgeben von riesigen Bäumen in deren Blätterdach unzählige
Vögel ein unbekanntes Lied sangen.
Für manche von uns ist der Wald ein fast heiliger Ort voll Ruhe und
Harmonie. Zu Füßen jahrhunderter alter tief verwurzelter Bäume finden
sie Kraft.
Auch auf mich haben Wälder eine ganz eigene faszinierende Wirkung. In
ihnen fühle ich mich wohl und ein Tag in denen ich in ihnen
umherstreifen kann, ist für mich ein Geschenk.
Mit der Kamera in der Hand lasse ich mich von Formen und Farben
inspirieren und versuche das Wesen des Waldes einzufangen. Bei diffusem
Licht, bei Regen oder Schneegestöber, in den Momenten in denen die
ersten Strahlen der aufgehenden Sonne in den Wald dringen oder mit
Einbrechen der Dunkelheit, finde ich meine Motive. Oft bleibe ich
einfach stehen und beobachte wie durch das wandernde Licht fast surreale
Stimmungen entstehen - flüchtige Momente.
Ich möchte diese für mich besonderen Augenblicke aus ihrer
Vergänglichkeit lösen und durch die Art wie ich sie festhalte auf das
Wesentliche reduzieren.
Das Ergebnis sind Bilder voller Farben und Bilder die durch Abstraktion
das eigene Erinnern des Betrachter in Frage stellen.
Alle hier gezeigten Arbeiten wurden nicht nachträglich am Computer
manipuliert. Die Fotografien entstanden ganz einfach durch das seit über
hundert Jahren immer wieder gleiche, immer wieder faszinierende Spiel
von Licht und Zeit, Blende und Schärfenebene. Sie sind das Ergebnis
einer Annäherung.
Natur bietet so viel an Unglaublichen und Überraschenden.
Es liegt an uns, die Augen dafür zu öffnen.
Claudia Müller
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